Qualitätskriterien für einen freiwilligen Einsatz

Menschen, die sich freiwillig engagieren, stellen ihre Zeit und ihre Arbeitskraft unentgeltlich zur Verfügung. Dieses Engagement bringt eine Bereicherung für ihr Leben und ist zugleich für viele Organisationen von unschätzbarer Bedeutung. Die Freiwilligenpartnerschaft Tirol hat einige Anhaltspunkte erarbeitet, die die Qualität der Freiwilligenarbeit fördern. Diese Anregungen dienen den Freiwilligen und den Einrichtungen, um das Freiwillige Engagement noch attraktiver und effizienter zu machen.

  1. Stellenbeschreibung
    Freiwilliges Engagement soll Freude machen. Eine Stellenbeschreibung soll den Sinn der Tätigkeit erkennen lassen. Sie enthält eine Kurzbeschreibung der Einrichtung, die Aufgabenbeschreibung für den Freiwilligen, die Erwartungen an den Freiwilligen, das Stundenausmaß, die Angebote der Einrichtung und Anfang und Dauer der Tätigkeit. Eine genaue Stellenbeschreibung wirkt Konflikten zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen entgegen und schützt vor Missverständnissen und Überforderung.

  2. Einarbeitung und Probezeit
    Für einen guten Einstieg in eine freiwillige Tätigkeit braucht es eine Einführung und eine Einführungsphase. Der Freiwillige hat dadurch die Möglichkeit, die Arbeitsbereiche kennenzulernen. Dazu ist es sinnvoll, zu Beginn der Arbeit eine Probezeit zu vereinbaren, nach deren Ablauf beide Seiten entscheiden können, ob sie miteinander weiterarbeiten möchten.

  3. Begleitung der Freiwilligen
    Freiwillige benötigen eine konstante Ansprechperson. Deshalb benötigt jede Einrichtung, die mit Freiwilligen arbeitet eine/n Freiwilligenbegleiter/in mit entsprechenden Kompetenzen, Zeitressourcen und Finanzmitteln. Neben dieser Begleitung sollen Möglichkeiten für den Kontakt unter den Freiwilligen gefördert werden, bei Bedarf soll Supervision für die Freiwilligen angeboten werden.

  4. Verantwortung und Mitbestimmung
    Freiwillige brauchen vom Beginn ihrer Tätigkeit eine Klarheit über ihre Möglichkeiten und Pflichten. Um sich mit der Einrichtung, in der sie sich engagieren, identifizieren zu können, brauchen sie Informationen über die Einrichtung. Eine transparente Organisationsstruktur macht klar, wo sie ihre Ideen einbringen und wie sie mitreden können.

  5. Kostenerstattung
    Damit den Freiwilligen ihr unentgeltliches Engagement nicht noch etwas kostet, sollte sichergestellt werden, dass zur Erledigung der Arbeit notwendige Kosten (Material-, Fahrt- und Portokosten etc.) von der Organisation übernommen werden.

  6. Versicherung
    Um die Organisation und die Freiwilligen zu schützen, ist auf ausreichenden Versicherungsschutz zu achten. Es empfiehlt sich, eine Unfallversicherung für die Freiwilligen abzuschließen. Weiters sollte eine Haftpflichtversicherung der Organisation für alle Schäden aufkommen, die durch Freiwillige während ihrer Tätigkeit entstehen.

  7. Fort- und Weiterbildung
    Um qualitative Standards einer Einrichtung (auch im Vergleich mit anderen) zu halten und zu verbessern, ist Weiterbildung der Mitarbeiter/innen unumgänglich. Dies trifft selbstverständlich auch für die Freiwilligen zu und stellt Entwicklungsmöglichkeiten für diese dar. Zudem tragen Fortbildungsangebote zu einer stärkeren Identifikation mit der Einrichtung bei.

  8. Ausstieg
    Eine Besonderheit der freiwilligen Tätigkeit ist, dass sie jederzeit beendet werden kann. Es sollte aber dennoch gleich zu Beginn ein "Ausstiegsmodus" vereinbart werden, der für alle Beteiligten einen gleitenden und reibungslosen Ausstieg ermöglicht.

  9. Nachweise
    Freiwillige Tätigkeiten können bei zukünftigen Bewerbungen o.ä. von Bedeutung sein. Deshalb ist es zu empfehlen, den Freiwilligen einen Nachweis über die erbrachte Arbeitszeit, die Art der Tätigkeit und über besuchte Fortbildungen auszustellen.

  10. Anerkennung
    Freiwillige Arbeit soll anerkannt und geschätzt werden. Die sollte sich nicht nur auf eine jährliche "Danke-schön"-Veranstaltung beschränken, sondern im täglichen Umgang miteinander deutlich werden - z. B. auch durch die Erwähnung der Freiwilligen bei Präsentationen der Einrichtungen.

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